Was wäre, wenn nicht das Kind das Problem ist – sondern das System?

Landratsämter und Jugendämter investieren jedes Jahr enorme Summen in Schulbegleitung.
Damit einzelne Kinder überhaupt in die Lage versetzt werden, Schule zu bewältigen.

Für manche Kinder ist Schulbegleitung eine notwendige, ja lebenswichtige Unterstützung. Das stelle ich nicht infrage.

Aber ich stelle eine andere Frage:

Was, wenn diese Lösung gleichzeitig ein System stabilisiert,
das für viele Kinder von Grund auf nicht passend ist?

Ein System,

  • das hohe Anpassungsleistungen verlangt
  • frühe Selbstkontrolle voraussetzt
  • neurobiologische Vielfalt kaum mitdenkt

 

Schulbegleitung kompensiert. Sie verändert nicht.

Sie hilft einzelnen Kindern, sich in ein bestehendes System einzupassen, statt zu fragen, warum so viele Kinder dieses System überhaupt nicht tragen können.

Vielleicht liegt der „Sprung in der Schüssel“ genau hier:
Wir investieren massiv in individuelle Hilfen – und umgehen damit die unbequeme Frage nach struktureller Veränderung.

Was wäre, wenn wir einen Teil dieser Energie und Investition nutzen würden, um Schule so zu gestalten, dass weniger Kinder kompensiert werden müssen?

Nicht jedes Kind braucht eine Begleitung. Vielleicht braucht das System eine.